Signographie : Die Welt der Zeichen

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Geb?rdenzeichen

Am Sonntag, den 11. Juni, hielt Conny Löffler den dritten Vortrag in der Reihe ZEICHENZEIT zum Thema »Notation der Gebärdensprache«. Sie machte die Zuhörer mit dem Verhältnis von Gebärden- und Lautsprache(n) bekannt, mit Geschichte und Entwicklungen der Gebärdenverschriftung, ihren Möglichkeiten und Schwierigkeiten.

Die Chancen notierter Gebärdensprache scheinen nach bisherigen Erfahrungen vor allem im pädagogischen Bereich zu liegen. Umsomehr, als die Gebärdensprache heute (in Deutschland seit 2002) als eigenständige Sprache – wie Deutsch oder Englisch – offiziell anerkannt ist und demzufolge auch zunehmend an Schulen gelehrt wird.

Zu den Schwierigkeiten gehört der Umstand, daß eine graphische Notation in zwei Dimensionen etwas darstellen soll, das eigentlich fünf Dimensionen aufweist: Formen (der Hände, des Gesichts), Zeit(-abläufe) und Raum. Die anschließende Diskussion berührte auch die Frage, inwieweit Gebärden-Notationen von den Betroffenen tatsächlich akzeptiert werden, was keineswegs so selbstverständlich ist, wie es scheinen mag. Für die künftige Entwicklung wird es, wie Conny Löffler darlegte, auch von großer Bedeutung sein, ob die Vertreter verschiedener Notationsmodelle in der Lage sind, sich auf einen allseits akzeptierten gemeinsamen Nenner für ein System der Gebärdenschrift zu einigen. – Man darf also sicher gespannt sein, was die Zukunft für die Gebärden-Notation bringt.

Zum nächsten Vortrag nach der Sommerpause laden die Denkmalschmiede Höfgen und der Internationale Arbeitskreis Signographie am Sonntag, den 10. September ein. Die international gefragte Hochschullehrerin Karin Paulsmeier (Basel) wird über Musiknotation sprechen.

 
Letzte Änderung: 14.11.2007 06:19