Signographie : Die Welt der Zeichen

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Das versale Eszett ist kodiert

Es ist vollbracht: Unicode 5.1 enthält den neuen deutschen Buchstaben

Pegau, 6. April 2008  –   Am 4. April trat die Version 5.1 des Unicode-Standards in Kraft. Sie enthält eine für die deutsche Schriftsprache bedeutende Neuerung: einen Großbuchstaben für das ß. Der Arbeitsausschuß »Kodierte Zeichensätze« des Deutschen Instituts für Normung hatte die Aufnahme dieses Zeichens in den internationalen Zeichensatz ISO/IEC 10646 im vorigen Jahr bei der ISO eingebracht. Am 27. April war dem Kodierungsantrag von der zuständigen ISO-Arbeitsgruppe stattgegeben worden.

Die Einführung des versalen Scharf-S ermöglicht eine eindeutige Übertragung von Wörtern mit ß in Majuskeln, bisher ist dafür die Ersatzschreibweise mit SS üblich. Dies führt jedoch, insbesondere bei Namen, zu Verwechslungen, denn bei WEISS weiß niemand, ob »Weiß« oder »Weiss« gemeint ist. Mit der nun erfolgten Kodierung des großen ß ist die Voraussetzung geschaffen, das Zeichen in Schriftfonts und elektronischen Systemen zu implementieren.

Das versale Eszett gibt es in der Typographie, die ersten Anfänge eingerechnet, bereits seit 129 Jahren.

Andreas Stötzner
 
Aus Anlaß der erfolgten Kodierung des versalen Eszetts erscheint am 27. April 2008 eine SIGNA-Sonderausgabe mit aktuellen Texten und Dokumenten zum Thema.   

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Letzte Änderung: 10.04.2008 11:37