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Seit 1879 gibt es nachweisbare Bemühungen, einen Großbuchstaben für das ß zu schaffen. In den vergangenen 129 Jahren gab es in dieser Hinsicht mehrere Vorstöße, Teilerfolge und auch praktisch-typographische Umsetzungen – jedoch keinen Durchbruch, der dem versalen Eszett (oder ›Scharf-S‹) einen festen Platz im deutschen Alphabet gesichert hätte.
Dieser Durchbruch könnte nun bevorstehen. Anfang 2007 stellte das Deutsche Institut für Normung einen Antrag zur Kodierung des versalen Eszetts an das zuständige Gremium der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO). Dieser Antrag wurde am 27. April 2007 in Frankfurt/M. angenommen. Es ist demzufolge zu erwarten, daß das versale ß mit der in diesem Jahr bevorstehenden Veröffentlichung von Unicode 5.1 fester Bestandteil des internationalen Zeichensatzes wird. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für die dann mögliche Implementierung des Zeichens in Fonts und Tastaturtreiber.
Die Veröffentlichung einer Reihe neuer Forschungsergebnisse und umfangreicher Dokumentationen zum versalen Eszett in SIGNA Nr. 9 (Frühjahr 2006) hatte wesentlich dazu beigetragen, im Kodierungsantrag eine überzeugende Argumentation für den neuen Buchstaben aufzubauen. – Auf diesen Schwerpunkt-Seiten stellen wir Ihnen umfangreiches Informations- und Studienmaterial zum neuen Großbuchstaben zur Verfügung.